noValueSet
noValueSetnoValueSetnoValueSetnoValueSetnoValueSet
noValueSet

Integrale Philosophie

Die integrale Philosophie beschäftigt sich mit der Frage nach dem Bewusstsein. War es immer schon vorhanden, oder erschien es erst mit dem Menschen und seinem "Bewusstseinsapparat" dem Gehirn?

Jeder von uns hat dieses Ich-Erleben, dieses Gefühl von "Ich bin", auch wenn es da beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen und anderen Wesen gibt. Tiere und Pflanzen zeugen von einer Intelligenz, die nicht zu übersehen ist. Diese Verhaltensintelligenz ist auch dann vorhanden, wenn sich die Geschöpfe ihrer selbst nicht bewusst sind.

Wie konnte dieses materielle Universum ins Sein treten?

Staunend betrachten wir Naturgesetzlichkeiten, die in Form von mathematischen Strukturen, die dem Chaos innewohnende Ordnung sichtbar machen. Diese Naturgesetzlichkeiten können wir selbst heute noch nicht zur Gänze gedanklich nachvollziehen. Doch sie beschreiben Regeln, die Voraussetzung dafür waren, dass das materielle Universum bei allem anfänglichem Chaos auch ein ausreichendes Maß an Ordnung haben konnte, um ins Sein treten zu können.

Bewusstsein in allen seinen Erscheinungsformen ist sehr viel älter als menschliches Sein und doch haben wir Menschen das Privileg und somit auch die Verantwortung, das Bewusstsein sich selbst bewusst werdend zu sehen, zu erleben und mit zu gestalten. Aber wie können wir uns dies konkret vorstellen?

Der Bewusstseinsforscher Ken Wilber hat vier Dimensionen unseres In-der-Welt-sein beschrieben, das uns eindrucksvoll aufzeigt, dass Bewusstsein nicht im Organismus lokalisiert ist, sondern vielmehr verteilt ist, auf alle vier Quadranten, mit all ihren verschiedenen Ebenen und Dimensionen.

Das Vier-Quadranten-Modell

Innen
Individuell
Außen
Individuell
Innen
Kollektiv
Außen
Kollektiv

Diese vier Quadranten verdeutlichen die Hauptperspektiven bzw. Erfahrungsräume unseres Seins, in denen das Bewusstsein gewissermaßen zu sich selbst "erwacht".

  1. Bewusstsein als Objektivität (rechter oberer Quadrant)
    Der obere rechte Quadrant beinhaltet die äußerlich-individuellen Aspekte des menschlichen Bewusstseins. Hier ist alles angesiedelt, worauf wir zeigen können. Die Sprache dieses Quadranten ist die Es-Sprache (Singular). Seine Untersuchungsmethoden sind die Physik, Chemie, Biologie, Neurowissenschaften und Verhaltensforschung. Diese Perspektive offenbart das Göttliche in allen Dingen.
  2. Bewusstsein als Subjektivität (linker oberer Quadrant)
    Hier geht es um die Erfahrungswelt des eigenen subjektiven inneren Raumes. Die Untersuchungsmethode dieses Quadranten ist nicht objektivierbar, sondern vielmehr zugänglich durch Introspektion und Innenschau. Hier sind auch unsere Schattenanteile angesiedelt. Deswegen ist Bewusstwerdung für die (subjektive) Wahrheit, d. h. die Wahrhaftigkeit dieses Quadranten entscheidend. Die Sprache des Quadranten ist die Ich-Sprache und seine Untersuchungs-Methoden sind beispielsweise die Kontemplation, die introspektive Psychologie, die künstlerische Kreativität und wahrnehmende Körperarbeit. Diese Perspektive offenbart das Göttliche in jedem Menschen.
  3. Bewusstsein als Intersubjektivität (linker unterer Quadrant)
    Dieser Quadrant beschreibt den kulturellen Hintergrund, ohne den unsere eigenen subjektiven Gedanken überhaupt keine Bedeutung hätten. Hier geht es um die innerlich-kollektiven Aspekte des menschlichen Bewusstseins. Recht, Gerechtigkeit, Moral und Ethik, die kollektiven Werte und Weltsichten sind hier angesiedelt. Die Sprache dieses Quadranten ist die Wir-Sprache und seine Untersuchungsmethoden die kulturelle Psychologie, die Anthropologie, die Hermeneutik, die Kunst und Wissenschaft der Interpretation und Sinnfindung. Diese Perspektive offenbart das Göttliche des Miteinanders, die Kommunion und Ökumene der menschlichen Gemeinschaft.
  4. Bewusstsein als Interobjektivität (rechter unterer Quadrant)
    Der untere rechte Quadrant beinhaltet die äußerlich-kollektiven Aspekte des menschlichen Bewusstseins, wie sie von der Soziologie untersucht werden. Hier geht es um äußere Fakten, wobei der Schwerpunkt auf einem funktionellen Passen liegt. Hier wird untersucht, wie die unterschiedlichen Systembestandteile zusammen hängen und im Gesamtsystem interagieren. Die Sprache dieses Quadranten ist die Es-Sprache (Plural). Untersuchungsmethoden dieses Quadranten sind z. B. die Systemtheorie und Ökologie. Diese Perspektive offenbart die Vernetztheit unseres Seins mit allem Manifesten.
    Vgl. Michael Habecker 2007

Update: 10.Fri-Aug 2018 (17:23)   today: 19.08.2018